Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Apollo von Adobe

Apollo LogoApollo heisst ein, nein vielleicht das neue Produkt für’s Web aus dem Hause Adobe und es ist das erste echte Kind der Ehe mit Macromedia. Was Apollo macht bzw. machen soll: es fasst die aus dem Netz bekannten Techniken, also HTML, Javascript, Flash und später auch PDF unter einer virtuellen Maschine zusammen und ermöglicht dem geneigten Webentwickler Desktopanwendungen zu erstellen, mit den schon vorhandenen Skills.

Das kann man schon einen Trend nennen: Offlinefunktionalität. Da passen Dojos Offline Toolkit genau so rein, wie Firefox 3, der mit solchen Features aufwarten wird. Eigentlich witzig, denn durch die komplette Zeit meiner Onlineerfahrung habe ich (und sicherlich viele andere) es immer als höchstes Ziel empfunden, irgendwann letztendlich always on zu sein, also immer Verbindung zum Netz zu haben. Nun verkehrt sich diese Idee, das Netz geht sozusagen offline weiter.

Adobe greift zur Herstellung Desktop- und Offlinefähigkeiten auf viele eigene Technolgien zurück (Flash/Flex, PDF), nutzt bekannte Sprachen (HTML, JS/AJAX) und fügt das alles in einer Anzeigeengine zusammen, die auf (man höre und staune) Safari basiert.

Funktionieren kann das schon, denn im Grunde ist Apollo von unten betrachtet, nichts anderes als ein plugingeschwängerter Webbrowser mit Offlinefunktionalität, soll heissen, einSafari, dass zwei zusätzliche Fähigkeiten besitzt:

Simple Idee eigentlich. Die Anwendungen sind dabei genauso zu schreiben wie im Netz, widerum erweitert um ein paar nötige Fähigkeiten:

Im Grunde wars das schon. Nochmal: simple Idee eigentlich. Nun stellt sich trotzdem die Frage, inwieweit sich soetwas durchsetzen wird. Dem User von Flash (viele, viele…) wird man die Apollo-Runtime wohl als Flash-Uodate unterschieben können (oder zumindest anbieten), somit könnten auf Userseite die nötigen Kapazitäten wohl erreicht werden. Aber anders als Flash verlangt Apollo die Verlagerung der eigentlichen Online-Arbeit in eine andere Applikation, heraus aus dem Webbrowser. Das könnte für den Benutzer etwas unsinnig wirken: schätzen wir nicht beispielsweise Gmail, weil es im Browser läuft? Und wollten wir offline damit arbeiten, würden wir dann zur Gmail-Offline-Anwendung wechseln? Oder Gmail immer dort nutzen? Und: wenn ich doch wirklich Offlinefunktionalitäten brauche, benutze ich dann nicht eher Firefox3, der dieses Feature mitbringen wird?

2 Kommentare

  1. Gab es das nicht vor Jahren mal? Hieß glaub ich Active Desktop *räusperundhüstel

  2. Netz wird Desktop, Desktop wird Netz. Gut wird Böse und Böse wird Gut. Schwarz wird weiß und wir werden alle auf den Zebrastreifen totgefahren.