Doch nochmal IE Metatag Schnasseldassel
Nachdem uns ALA nun genug mit Werbung für den neuen Internet Explorer 8 genervt hat, der geht übrigens gerade in den geschlossenen Beta-Test, liest man allenortens, das Beruhigung einkehrt und man sich noch ein letztes Mal Gedanken um die Sache macht. Roger Johansson mißtraut der Sache weiterhin, Gerrit setzt auf Pragmatismus. Da muss man ja auch irgendwie zustimmen, denn was bleibt einem anderes übrig, muss man sich fragen: es ist ja auch nur ein Tag mehr. Ich muss aber sagen: die Sache stinkt mir nach wie vor. Aber:
Es gibt professionelle Frontend-Entwickler, die auf Zack sind und Webstandards lieben. Und es gibt Hobby-Webdesigner, die nur den IE kennen. Die zweite Gruppe ist leider klar in der Mehrheit. Und diese Tatsache kennt Microsoft natürlich. Der IE 8 ist nun der Versuch, beide Gruppen glücklich zu machen. Der engagierte Webprofi soll sich über besseres Rendering- und Scripting-Verhalten freuen, der planlose Amateur soll bitteschön nicht verwirrt werden durch plötzliche Änderungen im Browserverhalten.
Und das ist eben genau dieses dämliche Denken aus dem Hause Microsoft, eine Ebene, die ich eigentlich zu vermeiden suche. Denn wenn man es sich einmal genau überlegt, wer das Netz am laufen hält, wer die Innovationen entwickelt, denen Microsoft mit ihre Browserkrücke jetzt nachhechelt, wer die Webseiten entwickelt, die Geld verdienen (sollen): das sind nicht die Hobby-Webdesigner und Netz-Amateure, auf deren Seite sich Microsoft offensichtlich positioniert. Aber es sind die Leute die den Internet Explorer benutzen. Insofern ist das Standards-Opt-In-Meta-Tag ein Stück Revisionismus des Browserkrieges.
Das Ätzende ist: immer wieder muss man sich auf diesen Mist einlassen. Zuletzt gesehen bei: conditional comments. Und noch etwas fällt mir in diesem Zusammenhang auf: wie lange will M$ das eigentlich durchziehen? Soll auch noch IE23 die komplette Bibs von IE7 bis IE21 enthalten? Kann man machen, macht aber bestimmt keinen Spass, das Repository zu betreuen. Keine Lösung auf Dauer…
3 Kommentare
Dirk
27.02.2008, 09:23 Uhr
Mein Tipp: Maximal vier Versionen, und selbst das ist schon unwartbar. Ist ja nicht so, dass der alte Code immer unverändert in jede neuen OS-Version übernommen werden kann.
Daher werd ich das auch ignorieren -- ebenso wie conditional comments.
Nico Brünjes
27.02.2008, 09:56 Uhr
Jaaa, aber. Für ein großes Projekt hatte ich zur Umstellung auf IE7 ca. 1 Tag um die Hacks aus den CSS zu holen… da lagen Conditional Comments recht nahe. Da spielt einem der Pragmatismus oft einen Streich…
Dominik
27.02.2008, 10:13 Uhr
Das echte Problem sind ja nicht die Amateurwebmaster, die alles mit Frontend machen, sondern erschreckenderweise die Entwickler von Business-Software wie SAP, Lotus und auch Microsoft selbst. Wenn da mal ein “Enterprise Portal” nicht mehr funktioniert, dann drehen Leute am Rad, die bei Microsoft viel Geld lassen und denen daher etwas genauer zugehört wird als den nervigen Webstandard-Futzis, die sowieso alles Open Source-Kommunisten sind…