Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Google Buzz

Wenn Google eine neue Software ankündigt, dann geraten wir ja immer alle ein wenig aus dem Häuschen. So auch wieder bei Google Buzz. Doch diesmal ist irgendetwas anders.

Blicken wir zurück auf den Hype um Google Wave letztes Jahr. Mit einem großen Event stellte Google die neue Software vor und wie schon bei Gmail, gab es nur eine Betaphase mit Einladungen (ist man darüber eigentlich inzwischen hinaus?). Die Einladungen wurden bei Ebay gehandelt, der Hype war fantastisch. Nur das Produkt floppt irgendwie. Google Wave brauch vielleicht noch ein wenig, bis es sich durchsetzt. Wenn überhaupt.

Die Möglichkeit eines Flops wollte man diesmal offenbar 100%ig ausschliessen. Google Buzz erreicht auf den Schlag 150 Mio. User direkt, ohne Einladung, ohne Installation, dort, wo sie sich eh’ dauernd herumtreiben: in ihrer Gmail-Inbox. Das ist gelinde gesagt ein virtuelles »auf den Tisch hauen« aus Richtung Mountain View. Mit großem Poltern und lautem Türeintreten macht sich also Google nun auf, die Socialmediamicroblogginglifestreamingszene aufzurollen.

Das dürfte an den Fundamenten von Twitter genauso rütteln, wie bei Foursqare oder Gowalla (im Video sind ja praktisch schon lokale Checkins zu sehen), Friendfeed wurde ja eh’ schon von Facebook gekillt. Da wird sich dann bald zeigen, ob deren uniqenes ausreicht, um sich gegen derartig plötzlich auftretenden Mainstream zu verteidigen.

Den Datenkrakengedanken mal aussen vor gelassen, gibt es außerdem milde gesagt auch einige Kritik an Buzz. Ohne es gesehen zu haben, bin ich mir schon jetzt nicht sicher, ob ich Messages von Freunden und automatischen Freunden zwischen meinem eh’ schon unübersichtlichem Wust aus Emails finden möchte. Dave Winer kritisiert dazu noch das API, hat aber auch schon den Aus-Knopf für Buzz gefunden.

9 Kommentare

  1. Ich bin ja ziemlich glücklich damit. Nicht zuletzt weil ich weder mit Twitter noch mit Facebook geschweige denn Foursquare oder Friendfeed je warm geworden bin.

    Gleichzeitig hab ich einen wichtigen Freundeskreis, der googleaffin ist, sich den oben genannten Diensten aber bisher auch verschlossen hat. Die haben schon richtig Spaß mit Buzz und ich darum auch.

    APIs und aktuelles Verhalten finde ich nicht so doof, wie die Tatsache, dass ein Buzz scheinbar keine eigene verlinkbare URL hat. Das war auch schon beim Wave scheiße.

  2. Es heisst dann wirklich ein Buzz? Ach herrjeh.

    Hast Du meinen Buzz gekriegt?
    Ich habe Dich doch angebuzzt.
    Und jetzt kommt’s: Ich hab den Buzz verpasst!

  3. Auf den ersten und zweiten Blick empfinde ich Buzz bisher eher als Spam. So sehr ich die Empfehlungen meiner Freunde (echte Freunde, nicht Friends) auch schätze, ich möchte sie nicht in meiner Inbox, in der idealerweise nur Daten landen, die explizit nur für mich und niemanden sonst bestimmt sind.

    Außerdem bin ich völlig überfordert von der Unübersichtlichkeit und der nicht mehr zu durchschauenden Mechanik. Warum sind in meiner Buzz-Liste plötzlich Menschen, mit ich ich nie wieder etwas zu tun haben möchte? Bloß, weil ich vor Jahren — möglicherweise rein geschäftlich — mehrfach Mails mit ihnen ausgetauscht habe?

    Und warum habe ich so viele Mitleser? Ich habe keinen von ihnen irgendwelche Mitleserechte erlaubt. Dieses völlig selbstverständliche Verknüpfen aller meiner Mailkontakte miteinander stört mich gewaltig. Ich möchte vorher gefragt werden und nicht hinterher stundenlang aufräumen müssen.

  4. @ntropie: Also bei mir sieht das so aus als kämen alle Leute denen ich folge und die mir folgen aus dem Google-Reader.

  5. @ntropie: Ach und … ich finde das ja gerade großartig, dass das jetzt in einer Inbox stattfindet. Sonst würde ich es auch im Leben nicht nutzen. Mein Blog, meine Inbox und die Webseite meines Arbeitgebers … mehr ist mir für regelmäßig Aufmerksamkeit eigentlich zuviel. Ich hoffe, dass der Google Reader und Wave auch irgendwie bald mit Gmail verschmelzen.

  6. Hm hm hm. Im Google Reader hatte ich vorher nur 2 Personen eingetragen, deren Empfehlungenn ich verfolge. Nach Aktivierung (und inzwischen Deaktivierung) von Buzz stehen da plötzlich 18, an die ich angeblich eine “Anfrage” gesendet hätte. Ohne mein Wissen. Ich will aber keine 18 Personen lesen. Ich will keinen Buzz im Reader, keinen Reader in Mails und keine Mails in Buzz. Ich will auch kein Fernsehen im Backofen. So.

  7. Kann man alles durchaus auch als Sicherheitslücke betrachten: http://www.businessinsider.com/warning-google-buzz-has-a-huge-privacy-flaw-2010-2

  8. Buzz fehlt für meinen Geschmack völlig der Fokus. Sofern sich diese Woche nicht mein persönlicher Aha-Effekt einstellt, werde ich es deaktivieren, denn noch sehe ich den Mehrwert nicht, außer dass viel Linkspam anderer Quellen nun eben in GMail stattfindet. Auf der anderen Seite saugt Buzz mehr noch als Twitter die klassische Kommentarfunktion zu sich und weg von der eigentlichen Seite. Anerkennen muss man aber, wie genial Buzz aus Sicht Googles ist. Was da an neuen Daten reinkommt ist wieder pures Gold für Google.

  9. Jetzt will man mal „Google Buzz“ als Social Sphere Komponente in die eigene Webseite als „Buzz(er)“ Einpflegen, und dann das… „3“ Fehler im W3C Markup Validation Service>> NEIN…. Kotz, denn ich hab mir doch sooooo viel Mühe gegeben die letzten 90 oder waren es 120??? Fehler auszumerzen…. kann mir jemand ernsthaft erklären aus welchem Grund Google einen solchen fehlerhaften, (aus W3C Sicht) CODE für ein Gadget zur Verfügung stellt ?? Ich sage häää… und will es nicht verstehen.
    Muss ich mir jetzt ernsthaft darüber Gedanken machen wie dieser von Google bereitgestellte „Google Buzz“ Code Snipe so zu verändern ist, dass er eben auch noch angezeigt wird???
    Ich finde Google Buzz sinnvoll da sowieso viele ein Google Account unterhalten und Inhalte also Content somit leicht zu transferieren ist. Die W3C Fehler nerven hat jemand eine Idee… oce

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  1. [...] haben ja jüngst hier schon diskutiert wie (schlecht?) Google Buzz eingeführt wurde. Und es hat in den letzten Tagen viel Kritik an [...]