Lea Verou bedient sich ihres eigenen Online-Präsentationssystems, das er hier als Demo zu sehen gibt und hier da zugehörige Github-Projekt. Unter cubic-bezier.com hat Lea übrigens ein Tool zur Verfügung gestellt, um die CSS3-Funktion cubic-berzier() mit Leben zu füllen. Sehr cool. Was die Funktion macht steht widerum in ihrer Präse. Lea kennt man übrigens von ihrer CSS Patters Demo, zum Beispiel.
Aus den Slides von Divia Manians ist mir ganz dringend compass im Ohr geblieben, ein Framework, das auf SASS aufsetzt.
Ebenfalls auf der fronteers wurde mir dieser hervorragende Link mit incredibly useful CSS snippets zugespielt. Was mehr als zutreffend ist: bitte sofort ausdrucken!
Wer viel mit Browsern und Tests zu tun hat, der kann sich ja mal Browserstack anschauen, für das John Resig die Werbetrommel rührt. Dort bekommt man Testbrowser in virtuellen Maschinen in der Cloud…
Freitagnacht bin ich von der fronteers zurückgekommen, es ist jetzt Montagmorgen und ich bin immer noch ein Stück weit geflashed. Ich gehe ja schon ein paar Jahre auf Konferenzen, aber ich bereue ernsthaft, es vorher noch nie nach Amsterdam geschafft zu haben.
Das Konzept der Konferenz ist einfach und dabei völlig bestechend: es gibt zwei Tage nur große Sessions (mit einem Workshoptag vorne dran und einer Jam Session am Abend vorher) mit allen 450 bis 500 Zuhörern. Das geht natürlich nur, weil der Veranstaltungsorteines der schönsten Filmtheater ist, das Amsterdam, wahrscheinlich Europa, zu bieten hat. In den gemütlichen Kinosesseln lässt es sich aushalten. Um aber 500 Leute zwei Tage zu fesseln, benötigt man natürlich ein Aufgebot hochkarätiger Speaker, die möglichst viele Facetten des Bereichs Frontendentwicklung abdecken. Mir persönlich hat dabei die gute Mischung aus Techtalks und motivational speeches besonders gefallen. Aber natürlich auch die Namen, die aufgerufen wurden. John Resig gab seinen, nach eigenen Angaben, last scheduled speaking engagement, for the time being, Bruce Lawson referierte zu HTML5, Lea Verou weihte die gebannte Zuhörerschaft in ihre CSS-Experimente ein, und so weiter und so fort. Darius Kruythoff hat die meisten Slides bei Google+ zusammengetragen. Und last but not least: das Publikum. 500 ausdrückliche Webentwickler. Keine Webdesigner und -dekorateure, keine Art Direktoren oder Account Manager und eigentlich auch keine Backendprogrammierer und Systemmanager (wobei das ja alles nette Leute sind): eine Konferenz von und für Webdeveloper!
Und wenn es doch mal zu stickig wurde, hat man einfach Seb Lee-Delisle auf das Auditorium losgelassen, der grafische Javascript-Experimente vorführte, u.a. eine Nyan-Cat-Jagd über die Smartphones der Anwesenden… Perfekt.
Steve Jobs ist tot. Mit nur 56 Jahren verlässt uns damit einer der großen Visionäre unseres sogenannten Computerzeitalters.
Ersten Kontakt mit der Welt des Steve Jobs hatte ich Anfang der 90er Jahre. Ich programmierte seinerzeit Mailboxsysteme für Mittelständler, die in der (damals noch) Pre-Internetzeit elektronischen Datenaustausch mit Kunden benötigten. Einer meiner Auftraggeber hatte in seiner mit Computerbauteilen und Bildschirmen völlig zugemüllten Wohnung auf dem Schreibtisch im Wohn/Arbeitszimmer zwei (!) sogenannte Pizzaboxen stehen. Die flachen NeXT-Rechner fielen vor allem durch den (für damalige Verhältnisse) wirklich riesigen Farbbildschirm und die völlig untypische schwarze Farbe auf. Da ich immer nur zu Besprechungen dort war, habe ich die beiden Boliden allerdings nie im Einsatz erlebt, sondern bewunderte ausschließlich deren Bildschirmschoner, die berühmten fliegenden Toaster. Was auch alles war, was mich von damals bis zu meinem ersten eigenen Rechner der von Jobs konzipiert war begleitete: die fliegenden Toaster installierte ich auf jedem PC, den ich nutzte.
Was sich so albern anhört, ist aber in Wirklichkeit für das Phänomen Jobs, und das was er dann letztendlich aus der Firma Apple gemacht hat extrem typisch. Ein PC konnte noch so aufgerüstet und schnell und fantastisch ausgestattet sein, er sah doch immer aus, wie ein langweiliger grauer Kasten. Rechner, die Jobs ersann signalisierten dagegen schon von außen extrem ihre inneren Werte. das konnten sowohl Erhabenheit, Verspieltheit oder auch Wertigkeit sein. Jobs hat den Rechner zum Freund gemacht: nicht umsonst steht in meinem Arbeitszimmer immer noch ein grüner iMac herum, den ich mir gebraucht zulegte, als er eigentlich längst technisch überholt war. Am Ende haben wir ihn nur noch als CD-Player benutzt, aber eben benutzt. Mein erstes MacBook habe ich vor dem Öffnen immer gestreichelt, und das bei, wie ich glaube, immer vollem Bewusstsein.
Steve Jobs hat Computern Leben eingehaucht und ebenso der Computerindustrie, dem Silicon Valley. Hätte es nur Microsoft gegeben, wäre die Welt eine andere geworden, wohl eher nicht besser, als sie heute ist. Man kann nur hoffen, das Apple nun auch ohne Steve Jobs das bleibt, was er dort hineingedacht hat. Eins ist aber auf jeden Fall sicher: wir werden Steve Jobs noch vermissen.
Immer noch Facebook? Der Gastbeitrag von Benjamin Siggel in der Spackeria beweist zwei Dinge: a) Piraten haben offenbar eine Tradition für gewöhnungsbedürftige Spitznamen und b) ein Faible für ebenso gewöhnungsbedürftige Vergleiche. Man schmäht sich jedoch immer noch mit angezogener Handbremse, obwohl die Datenschützer (also die mit dem gleichnamigen Amt), das Netz – wie es heute funktioniert – offenbar nicht verstehen (wollen).
Ganz anders hält man das mit dem Schmähen beim amerikanischen Rolling Stone. Monarchie & Alltag verweist auf dessen wundervolle, lesenswerte Schmähkritik an Michele Bachmann. Oder Beachmann? Bachmann is a religious zealot whose brain is a raging electrical storm of divine visions and paranoid delusions. Great stuff.
Jonathan Longnecker (heisst wirklich so), ist der Ansicht, dass Responsive Webdesign langweilig ist und meint damit allzu eintönige Gridlösungen, die derzeit die Runde machen. Etwas gewollt provokativ, aber auch nicht ganz falsch.
Als ich Let’s talk iPhone in meine Glaskugel einspeisen wollte, ist die glatt kaputt gegangen, deswegen enthalte ich mich der Spekulationen. Gerrits Glaskugel ist offenbar auch kaputt, hat er aber nicht gemerkt, deswegen hat er ein paar ganz heisse Vorhersagen zu machen.
ich habe das gefühl, wenn man mit kotze im mund sascha lobo liest, missversteht man ihn leicht.
…und vergisst dabei sogar das ix. Ich glaube ja, ohne Bier im Kopf versteht man ihn viel zu gut, den Herrn Lobo, vor allem wenn er für SPON verbricht schreibt. Nebenbei bemerkt, mißtraue ich bayrischen Trachten und Gebräuchen auf ähnliche Weise wie Facebook. Von daher stimmt der Vegleich.
Bei t3n steht, dass Slideshare Flash verwirft, was mehr oder weniger meinen Artikel in der aktuellen Ausgabe des t3n-Magazins fortschreibt. Hätte man sich bei den Videos geeinigt, könnte Flash längst Nischentechnologie sein.
Gestern hat Amazon die neuen Kindles (Touch) und den Kindle Fire vorgestellt. Das hat natürlich jeder mitbekommen, der nicht unter einem Stein wohnt, könnte es sich doch um iPad-Konkurrenz handeln. Amazon CEO Jeff Bezos stellte dann aber doch eher einen Kindle für Medien, statt eines iPad-Konkurrenten vor. Trotzdem: anders als Samsung beispielsweise, hat Amazon verstanden, das es um die Inhalte geht und zufällig auch die passenden Inhalte parat. Aus der Amazon-Cloud wird das Gerät stetig mit Büchern, Musik und Videos versorgt. Content is king, yet again. Das macht ihn nicht zu einem iPad-Konkurrenten, aber hebt ihn von der Androidmasse ab, für einen erfolgreichen Start sollte das reichen, vor allem bei dem Kundenstamm, über den Amazon verfügt und dem Preis (ab 199$).
Ob das alles auch für Deutschland zutrifft? Zur Zeit kann man gerade den ganz kleinen Kindle ohne Tastatur für 99 Euronen vorbestellen, VÖ: 12. Oktober. Über den Kindle Fire oder die Kindle Touch schweigt sich die Amanzon.de-Seite jedoch aus. Wer weiss, ob es wieder zwei Jahre dauert, bis man außerhalb der USA das Produkt voll nutzen kann. Gibt es tatsächlich keine internationale Strategie, dürfte das am Ende sicherlich als Fehler herausstellen, das iPad jedenfalls kann man in 64 Ländern kaufen.
Ob es wirklich solange dauern soll, bis wir hier Amazon Silk, den Browser des Kindle Fire testen können? Soweit ich das sehen kann, ein cloudgestützter Webkit-Browser. Das Video macht mir ehrlich gesagt ein wenig Kopfschmerzen:
Das Prinzip ist natürlich genauso einfach wie logisch, nur wer schon einmal Erfahrungen mit der Sorglosigkeit vulgo Dreistheit gemacht hat, mit der bspw. Mobilprovider den Content von Internetseiten für die mobile Auslieferung anpassen, bekommt eine Idee davon, was es heisst, zunächst durch die Amazon-Cloud zu müssen, eh’ das HTML beim Browser ankommt. Kennt man ja auch ähnlich vom mobilen Opera. Man muss sich allerdings die Frage stellen, wozu das gut sein soll: es gibt keinen Fire 3G, sondern nur eine WLAN-Version, eine derartige Optimierung wäre also verzichtbar. Das für den Fire praktisch alles zunächst durch Amazons Server geleitet wird, lässt die Diskussion um Facebooks Timeline wie ein Kindergartengespräch erscheinen, denn Amazon liest alles, absolut alles mit, was am Silk ankommt oder abgeht. Gatekeeper galore.
Heute soll der/die/das Amazon Kindle Fire präsentiert werden. Bei paidContent.org noch schnell nachlesen, was man gestern noch darüber geglaskugelt hat.
Beim Networking ist das beste Zeitmanagement kein Zeitmanagement, jedenfalls wenn man nicht Madonna treffen will, schreibt Simone Janson. Davon verstehe ich ehrlich gesagt nichts, da ich weder Zeit- noch Networkmanagement betreibe. Immer schön die toDo-Liste pflegen!
Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Studie in Auftrag gegeben, die feststellt, dass 560.000 Deutsche, jetzt kommt’s, internetsüchtig sind.
Hochgerechnet gilt demnach etwa ein Prozent der Bevölkerung als onlinesüchtig. Das entspricht ungefähr der Zahl der Marihuana-Abhängigen. Die Studie ist die erste repräsentative Untersuchung zur Internetsucht in Deutschland. Experten der Universität Lübeck und der Universität Greifswald befragten mehr als 15.000 Menschen zwischen 14 und 64 Jahren per Telefon. ZEIT ONLINE
OK. Ich geb’s hiermit zu: ich bin onlinesüchtig. Ich sitze jeden Tag von spätestens neun, bis mindestens 17 Uhr vor dem Rechner, meistens länger (Suchtzeichen: übermäßige Nutzung), und ich habe immer mindestens zwei Browserfenster offen (Suchtzeichen: Mehrfachverwendung). Zeitweise hämmere ich im Minutentakt auf den Reloadbutton (Suchtzeichen: Ticks und Zwänge). In ungefähr dem gleichen Takt purzeln Emails in mein Postfach, gehen Tweets ein, werde ich im Chat angesprochen (Überdosis Information). Um meiner Sucht körperlich gewachsen zu sein, trinke ich literweise Kaffee (Zusatzsucht). Während ich online bin, sitze ich fast ausschließlich im Büro (Suchtzeichen: Immobilität) und leide darum an Adipositas (wieder Zusatzsucht), weil ich ausschließlich in der hauseigenen Kantine esse. Leute treffe ich allenfalls in Meetings, in den sogenannte jour fixes auch noch immer diesselben Leute (Suchtzeichen: eingeschränkter Freundeskreis). Wenn ich nicht am Rechner sitze, bin ich via iPhone online (Angst etwas zu verpassen), ich beantworte Mails noch bis spät abends. Alles eindeutige Suchtzeichen.
Und ich verdiene auch noch Geld damit. Viel mehr verdiene ich Geld mit der (Informations-)Sucht anderer. OK, ich bin kein Dealer, aber ich gehöre zu den Leuten im Hintergrund, die das Geschäft am Laufen halten.
Drehbuch: Bei Scriptshadow frage ich mich manchmal: »willst Du das eigentlich wirklich lesen«, und tue es dann doch. Der nächste Film mit Tom Cruise wäre bestimmt gut, ohne Tom Cruise. So belibt einem nur sein Script.