Ich hatte ja letzte Woche schon darauf hingewiesen, dass ich daran gehen wollte, Datenschnüffelei in diesem Blog zukünftig zu vermeiden. Zunächst habe ich dazu Piwik installiert (um eine Besucherzählung zu haben, die keine Daten in die USA exportiert oder einen fremden Dienst nutzt), am Wochenende habe ich mich nun hingesetzt und die beiden iframes für Twitter und Flattr unter den Artikeln entfernt. Buttons die auf iframes basieren, senden (wie bspw. auch der Facebook Like-Button) Userdaten an die entsprechende Website, auch wenn der Nutzer gar nicht mit den Buttons interagiert.
Nicos puristic twitter button
Twitter stellt eigentlich ein recht zufriedenstellendes Javascript-API zur Verfügung, wenn nicht beinahe alles darauf hinaus liefe, am Ende den Link zum Sharing durch den blöden iframe zu ersetzen. Technisch ist das natürlich die einfachste Lösung, man will ja nicht mal eine Datensammelwut unterstellen. Allerdings, der einzige Sinn des Frames ist dann die Anzeige des sog. Tweetcount, also die Anzahl, wie oft ein Link schon auf Twitter geshared wurde. Diese Information lässt sich auf keinem anderen Weg zurückbekommen, außer über den genannten iframe (Update:) direkt über das Twitter-API (die Funktion fehlt bei mir allerdings noch).
Dagegen ist es ein leichtes, die Sharing-API per Link mit den nötigen Daten zu versorgen, die den Service, das Teilen des Artikels auf Twitter, vollumfänglich ermöglichen. Ich habe mich in diesem Zusammenhang gefragt, wen die Zahl des Tweetcounts eigentlich wirklich interessiert und musste feststellen: hey, das bin ja ich. Ich glaube wenig an den Effekt: »das haben nun schon 20 Leute geshared, das teile ich auch«, sondern die Zahl ist allein zu meiner Auskunft gedacht.
Ergebnis: ich nutze jetzt den Twitterbutton ohne iframe. Namentlich ist es nur ein Link zur Sharing-Funktion. Ein kleines Javascript holt beim Klick auf den Link, die zum Artikel passende Kurz-URL vom bit.ly-API und shared sie dann bei Twitter. So wird zwar doppelt redirected (hüstel), weil Twitter noch seinen doofen t.co-Urlverkürzer darüber haut, dafür kann ich aber das Sharing zählen, über bit.ly., ein Service, den Twitter für t.co nicht (offen) anbietet.
Ohne Programmierlatein heisst das folgendes: es werden keine Userdaten mehr an Twitter übertragen, ohne dass man auf den Button klickt.
Flattr dieses Blog
Für den flattr-Button hatte ich noch kurz Hoffnung in das Update de WordPress-Plugins gesetzt, denn hier kann man seit neuestem sein Blog mit den entsprechenden APi-keys von flattr.com ausstatten, wenn man es als “Browser-App” bei flattr anmeldet. Zumindest zur Zeit wird das aber nur genutzt, um einen Button im RSS-Feed zu ermöglichen und im Blog wird weiterhin die iframe-Version genutzt. Da ich im Moment nicht weiter in das REST-API von flattr selbst einsteigen wollte, habe ich also das Plugin schlicht abgeschaltet. Stattdessen habe ich nun einen globalen Button dort eingefügt, der ein simpler Link auf das Gesamt-Thing meines Blogs ist.
Ich verstehe natürlich schon, dass das nicht das gleiche ist, wie ein echter Flattr-Button pro Artikel, aber bis es eine bessere Lösung gibt, soll das erstmal reichen. Nebenbei sei zu flattr noch vermerkt, dass meine Einnahmen i.d.R. die Fünf-Euro-Grenze nicht überschreiten und bisher immer wieder in andere Blogs reinvestiert wurden.
Auch hier ist das Ergebnis nun aber, dass keine Daten von Leuten die nicht auf den Button klicken an flattr übertragen werden.
Nächste Schritte
Als nächstes werde ich die versprochene Page zum Thema Datenschutz hier ins Blog stellen, dort wird es dann eine Opt-Out-Möglichkeit für meine Besucherstatistik geben, neben der genauen Übersicht, welche Daten hier erhoben werden. Fortsetzung folgt also.
Obwohl es einige Menschen in weiten Teilen Italiens gewohnt waren, schon zum Frühstück Grappa zu sich zu nehmen, kann man dies nicht unbedingt weiterempfehlen. Durch die Vielfalt an organoleptischen Geschmacksnuancen ergeben sich jedoch weitreichende andere Möglichkeiten zum geeigneten Verzehr. (La Bella Itialia – Grappa, Definition, Herstellung, Lagerung)
Wie Thomas Knüwer zu berichten weiss führt das aber zu einem kleinen Problem mit zahllosen Anwendungen die unter dem Dach von Facebook laufen: sie sind ohne sichere Verbindung gebaut und so nicht mehr zu erreichen. So wird man denn beim Aufruf einer solchen Seite gefragt: Zurück zur regulären Verbindung? Zum Glück hat meine Mutter keinen Facebookaccount, die würde das möglicherweise nicht verstehen, was das doofe Ding jetzt von ihr will, wo doch gerade ihr Sohn für Sicherheit beim Facebookerlebnis gesorgt hat, hat er jedenfalls gesagt, aber vielleicht ist dem auch nicht zu trauen… also zusammengefasst: was für ein Scheiss!
Herr Knüwer zieht übrigens meines Erachtens nach den völlig richtigen Schluss, dass man nun zu der Einsicht kommen müsse, dass isolierte, schnell umgesetzte und im Rahmen eines singulären Auftrages Facebookapplikationen das Grundfalsche wären, sondern dass man für solche social media-Aufträge vielmehr längerfristige Verträge machen müsse, damit auch Weiterentwicklung, Anpassungen und Updates mit drin sind.
Solche Kollisionen wird es immer geben. Und deshalb ist Social Media nicht kostenlos und kein langer, ruhiger Fluss. Es ist ein Garten, der sich ständig verändert. Und deshalb einen ewigen Gärtner braucht.
Blöderweise trifft das so auf ziemlich jede Software, Website, Applikation zu, die man auf welche Art auch immer an den Endkunden bringt. Es müssen Sicherheitsupdates gemacht werden, Adressen geändert, Emails weitergeleitet, Content gemanaged werden und nicht erst seit gestern. Das hat mit social media (sm) wenig zu tun, eher mit Softwareentwicklung. Wer das nicht weiss, der hat tatsächlich im Business world wide web nichts zu suchen. Wer die Erkenntnis daran seinen Kunden als neu und irgendwie mit sm in Zusammenhang stehend verkaufen kann, muss wohl ein social media berater sein. Und die haltens eben analog zur alten Tiefbauweisheit (oder dem Song von Element of Crime) einer hält den Spaten und zwei schauen ihm beim Halten zu: einer entdeckt etwas Offensichtliches, drei helfen applaudieren, zwei verdienen daran, einer schaut in die Röhre.
Die Wahrheit ist übrigens: Facebook ist wie Second Life, wenn der Hype geklappt hätte.
Seit einigen Wochen hört man verstärkt, dass das WordPress-Statistik-Plugin zu fremden Webservern, also noch zu anderen als WordPress.com telefoniert (Perun, WordPress.org Thread). Da mir das nicht passte, habe ich die Statistiken am 20. Januar abgeschaltet.
Vor längerer Zeit schon, am 25.11.2009 (hab’s gerade nachgeschaut), habe ich aufgehört mit Google Analytics Daten sammeln zu lassen. Damals kochte eine Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Analyticsnutzung und ich bin der Ansicht: dies ist eine private Seite, da brauche ich solche juristischen Probleme (und sind sie noch so unwirklich) nicht hereinzulassen.
Keine Zahlen sind aber auch keine Lösung, jedenfalls nicht, wenn man wissen will, was auf dem eigenen Blog so abgeht, oder eben auch nicht. In letzter Zeit eher nicht. Trotzdem. Deswegen habe ich nun Piwik auf meinem Webspace installiert. Diese sehr ansehnliche Open-Source-Software macht im Grunde alles, was Google Analytics auch macht, nur mit einem sehr großen Unterschied: es ist nicht Google, sondern es ist (in diesem Fall) Codecandies. Und – nach Aktivierung des entsprechenden Piwik-Plugins – anonymisiert es außerdem die gesammelten IP-Adressen, diese landen also nicht in der Datenbank. Damit sehe ich zwei Hauptforderungen der Datenschützer erfüllt: keine Verbringung der Daten nach USA (dafür sind weiter eure Banken zuständig) bzw. anderes Ausland und Speicherung nur in anonymisierter Form.
Die Installation von Piwik geht leicht von der Hand, die Einbindung des Trackingcodes in das footer-Template war natürlich auch unproblematisch. Der Pagespeed leidet natürlich ein wenig, vor allem im Vergleich zur trackerfreien Zeit. Dafür sind die Statistiken von Piwik nicht nur tres chic, sondern die Software lässt sich mit diversen Plugins noch erweitern (im Prinzip genau wie bei WordPress). Apropos WordPress: es gibt auch ein WordPress-Plugin, dass die Daten im WP-Dashboard anzeigt. Habe ich aber noch nicht getestet. Wie performant Piwik ist, kann ich jetzt noch nicht sagen, ich glaube aber kaum, dass Codecandies soviel Traffic verursacht, dass Piwik oder der Server von Domainfactory (Affiliate Link) an seine Leistungsgrenze gerät. Da aber Webseitenstatistik definitiv eine rechenintensive Angelegenheit ist, kann das für größere Webseiten durchaus ein Problem werden.
Damit bin ich dem Ziel, meine Website in einer Welt der Ads, Like-Buttons und Umfrage-Popups, gegen den Trend datensicher zu machen, ein wenig näher gekommen. Da sind aber noch dunkle Flecken auf der immer weißeren Weste: die drei Bettelbuttons unter jedem Artikel sind natürlich auch kleine Datenkraken. Die werden bei nächster Gelegenheit ausgetauscht. Dann werde ich nochmal eine up-to-date privacy policy erstellen und dort auch das Opt-out des Piwik-Statistiktools einbauen.
Jetzt wo es endgültig dicht ist, kann ich es ja sagen: I didn’t get it. Ich habe zwar Rivva als Technik durchaus verstanden, aber nie, warum alle so dermaßen besessen davon sind oder waren, dort nun die meistbesprochenen Themen der Blogosphäre zu finden. Ich will Rivva da nichts anlasten, aber ist das nicht irgendwie das Bildzeitungslesen des kleinen Mannes. Die einen sonnen sich im Glück der Verlinkten, das Fußvolk läuft der durchs Dorf getriebenen Sau hinterher. Das fand ich als Konzept immer ein wenig igitt. Wohlgemerkt, das war nicht Rivvas Konzept, aber es war eins der Mittel dazu.
Klar, ich habe bei Rivva immer die interessantesten Themen gefunden, sagt da jemand zu mir, logisch, aber eben nicht gefunden, antworte ich, sondern nur gelesen. Gefunden haben sie andere. Erfunden mithin. Und ich fand dort nur selten etwas, was mich wirklich interessiert, also jenseits der mir eingebauten Sensationslust. Und oft war mir nach Studium des Feedreaders eh’ schon klar, was sich da auf Rivva tummeln täte. Frank mache ich da gar keinen Vorwurf, denn der hat sich einen Algorhythmus nach dem anderen ausgedacht, seinen Bot die wirklich guten Dinge finden zu lassen. Vielleicht ist das endgültige Aus aber dann auch eben das Eingeständnis, dass das ein Bot eben nicht kann (zumindest unterhalb einer gewissen Summe an Investition). Am Ende kommt immer nur Futter für die Aufmerksamkeitsökonomen heraus.
Lustig find ich jedoch nun jene, die nun verzweifelt nach einem Ersatz suchen. »Den einen oder anderen Feed dem Feedreader wieder hinzufügen« habe ich als Tipp gelesen. Heureka, ich hatte gedacht RSS sei tot? Aber der Tipp ist ja logisch, denn im Grunde muss man die Blogs nun wieder selbst lesen, die eh’ immer die Blogosphäre angeführt haben. Und seine Memes nun wieder selbst verfolgen. Das könnte nun ein wenig mehr Arbeit bedeuten.
Ja, das hört sich alles ein wenig sarkastisch an, aber als einer, der Rivva nie verstanden hat, habe ich es eben auch nie in meine Konsummuster integriert, vermisse so also nichts. Klar, ich war meistens nie oder erst spät dran, wenn ein Thema so richtig durchgerockt wurde… aber so what?
Ich gehe davon aus, das Frank Westphal auch ohne Rivva gut klar kommen wird, vielleicht sogar besser, macht es ihm nach. Schaut mal wieder in euren Feedreader. Findet mal etwas neues, bloggt darüber. Vielleicht liest das hier ja jemand. Obwohl es ja nicht bei Rivva landen wird. Muss ich es wieder twittern…
1970 hörte man Krautrock. Damals nannte man diese Musikrichtung noch nicht so und eigentlich war es auch keine Musikrichtung, eher so eine Art Lebens- und Kunstgefühl, dass Bands wie Can, Amon Düül, Ash Ra Temple oder Tangerine Dream miteinander verband. Aber die Musik war neu und sie unterschied sich von allen anderen populären Musiken in Deutschland dadurch, dass es die einzige war, die nicht versuchte Musik aus den USA oder UK zu imititeren. Nicht mehr ganz neu hingegen war die Idee elektronisch Musik zu erzeugen, Sythesizer waren zu jener Zeit jedoch groß wie Kleinlastwagen und ebenso teuer.
In diese Zeit hinein wurde Kraftwerk von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründet. Zusammen mit diversen Studiomusikern nahmen sie zunächst einige sehr experimentelle Alben auf. Zu dieser Zeit noch mit elektronischen und akustischen Instrumenten. 1973 entschied sich Kraftwerk fortan nur noch pure elektronische Musik zu machen (und zusätzlich eine Prise Pop in die bis dato teilweise sehr schwierigen Melodien einzustreuen). Das Ergebnis war das Album »Autobahn«, das erste Elektropop-Album aller Zeiten. Seitdem prägten Kraftwerk mit ihrem Sound und ihrem Auftreten ganze Generationen von Musikern. Komplette Musikstile leiten sich vom Werk der Düsseldorfer ab. Wie definiert sich nun einflussreich? Ein paar Beispiele:
Giorgio Moroder war von Kraftwerk beeinflusst, als er Donna Summer produzierte, was widerum Disco stark beeinflusste. Bestes Beispiel dafür ist der monotone Rhythmus von “I Feel Love”, das widerum großen Einfluss auf die Entwicklung einiger elektronischer Musikstile nahm.
David Bowie und Brian Eno liessen sich, als Bowie die zweite Hälfte der ’70er in Deutschland verbrachte, maßgeblich von Kraftwerk, aber auch der Band Neu! (die ihrerseits aus zwei ehemaligen Kraftwerkmitgliedern bestand) beeinflussen. Mit der zweiten Seite der ersten Berlin-Trilogie-Scheibe »Low«, stellte Bowie zum ersten Mal einem Millionenpublikm experimentelle, elektronische Musik vor, das aber sicher ebenso schockiert war, wie Bowies Plattenfirma. Bowie produierte aber noch zwei weitere elektronisch beeinflusste Alben (u.a. »Heroes«), die erfolgreicher waren und den Kraftwerksound in die Londoner In-Clubs exportierte.
Dort entstand aus der Mischung von Kraftwerksound und englischem Pop, das, was man heute Sythiepop nennt. Auf Kraftwerk direkt beriefen sich bspw. The Human League und Soft Cell. Gary Numan – selbst ein genialer Musiker – kopierte gleich auch noch Kleidung und Art des Auftretens von den Düsseldorfern. Joy Division, New Order: unmöglich ohne Kraftwerk. Bands wie Ultravox und Depeche Mode orientierten sich ganz eindeutig am Kraftwerk Album “Mensch Maschine/Man Machine”.
Die sogenannte »Neue Deutsche Welle« war von Kraftwerk beeinflusst: wer einmal »Autobahn« gehört hat, merkt es sofort. Markus’ Maserati fuhr seine 210 genau ebenda. »Wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn« und andere blutleer dargebotene Textschnipsel aus dem Kraftwerk-Repertoire sind die Blaupause für die post-punkt-wavevige Anfangszeit der NDW.
In den USA war das IMHO beste Kraftwerkalbum »Trans Europe Express« vor allem in den New Yorker Ghettos ein großer Erfolg, seine Sounds finden sich so in der Gründerzeit des Hiphop im Electronic Funk wieder. Von dort wandert der Sound nach Detroit, wo ohne Kraftwerk Techno in der Form wie wir ihn heute kennen, nie enstanden wäre.
Stattdessen gäbe es wahrscheinlich immer noch Tekkno, einer stark vom Industrial und damit von Kraftwerk beeinflussten Musikrichtung. Einer der großen Vertreter des Industrials ist die belgische Gruppierung Front 242. Die Belgier widerum berufen sich auf Kraftwerk.
Kraftwerk waren ihrer Zeit meist um einige Jahre voraus, am Anfang sogar um mehr als ein Jahrzehnt. Erst am Scheitelpunkt der Techno- und Housebewegung wurden sie eingeholt und mit Abstand die einflussreichste Band aus Deutschland.
Zuletzt hatte ich mir ja vor ungefähr einem halben Jahr laut gedacht, dass man nicht dauernd an seinem Blog herumwerkeln könne, solle oder müsse. Tatsächlich bewundere ich Kollegen (hüstel), die seit Jahren mit dem immer gleichen Template daher kommen, geheiligt sei der hohe Wiedererkennunswert! Doch das ist meine Sache nicht. Und manchmal bedarf es nur einer Kleinigkeit, wie das Artikelbild von Jon Díez, das ich für den letzten Aufmacher ausgewählt hatte, mir das Gefühl zu geben, mein verdammtes Blog müsse mal dringend neu angemalt werden.
Und so sei es. So was wird in meiner Arbeitsumgebung wohl graphischer Relaunch genannt, und soviel hat sich unter der Haube auch tatsächlich nicht getan. Mehr neues HTML (formally known as HTML5) und mehr CSS 3 Effekte sind schon dabei. Im Moment nutze zum ersten Mal modernizr für’s downgrading, bisher sind aber nur die Klassen no-rgba und no-touch im Einsatz, wenn sich das nicht noch drastisch ändert, wird die Bibliothek zu den art directed Artikeln abgeschoben. Die es auch in Zukunft wieder häufiger geben wird, den Mechanismus dafür habe ich verfeinert.
Auffälig ist vielleicht noch die von mit gewählte Seitenbreite, die natürlich ganz deutlich auf die Tabletanwendung, vulgo für das iPad zugeschnitten ist. Ich hatte zwar mit responsive Designs weiter herumgespielt, letztendlich ist bei mir aber die Idee hängen geblieben, dass der einzige Browser, den ich immer fullpage nutze, der im iPad ist und dieses Blog mehr Breite einfach nicht nötig hat. Vor allem auf Artikelebene fehlt es mir an Content, für große Pixelzahlen. Damit funktioniert das Design eben auch auf Apples Tablet besonders gut, ebenso auf dem iPhone.
Der Rest ist Verschlichterung im Marcschen Sinne, die Page-Speed-Analyse der Homepage steht bei 95/100. (Update: Nach Installation der Open Source Stats Lösung Piwik ist der Page-Speed-Wert erstmal wieder marginal ;) gesunken.)
Ich hatte jüngst großen Spaß mit dem mobilen Proxy der Telekomiker und—würde es nicht immer eine besonders störungsanfällige Nutzerschar treffen—ich würde glatt darüber lachen. Denkt man allerdings die Gutsherrenartigkeit mit der alle Mobilprovider mit unseren Websites im mobilen Netz umgehen konsequent zu Ende, wird einem leider Angst und Bange.
Erste Erfahrungen damit, das im mobilen Internet der Sourcecode einer Website beim Nutzer nicht so ankommt, wie man ihn am Server losgeschickt hat, hatten wir kurz nach dem Launch unserer iPad-Website. Eins der zahlreichen Scripte auf der Seite nutze einen <meta>-Eintrag im Head der Seite, um zu erfahren, in welchem Ressort es sich gerade befand. Informationen, die man zwischen Datenbasis und Frontend sicherlich auch bspw. mit Hilfe einer Klasse am <body>-Element übertragen hätte können. Aber unsere Templatehasen haben uns einst einen dicken <head> mit massig Informationen über die Seiten unserer Anwendung gegeben, warum sollte man die nicht nutzen und auslesen? Weil im mobilen Netz (zum Zwecke der Geschwindigkeitserhöhung) von den diversen mobile proxy alle <meta/> herausgefiltert werden, zum Beispiel.
Ok, das kann man ja noch verstehen, steht ja auch nichts drin, was so ein Handy, iPhone oder auch iPad im 3G-Betrieb brauchen könnte. Der zuckt der Entwickler kurz mit den Schultern und programmiert drum herum. Ein wenig komplizierter wurde es, als wir feststellten, dass im mobilen Netz nicht nur Daten aus dem <head> entfernt werden, es werden auch welche hinzugefügt. Dort verlinkte Javascripte bspw. werden komprimiert und direkt in den <head> ausgegeben. Das ist ja nett. Ich nehme mal an, ein derart aufbereitete Seite wird dann so gecached, spart ja auch reichlich Verbindungen. Technisch alles durchaus verständlich.
Und wenn man sich denn darauf verlassen könnte. Aber bspw. die Telekomiker verbessern ihre Systeme natürlich auch und da dieses Treiben nur wenig oder gar nicht dokumentiert ist, gibt es natürlich auch keine Releasetermine, keine Vorwarnung. Dass man wieder in die 3G-Falle gelaufen ist, merkt man genau dann, wenn der erste Nutzer sich meldet.
Dazu ein kurzer murphyesker, aber logischer Merksatz: Fehler am Livesystem werden immer zuerst von einem Nutzer entdeckt, niemals vom Entwickler.
Vor kurzem hatte also mein Lieblingsprovider wieder an seinem Proxy herumgespielt und folgendes Verhalten hinzugefügt: ähnlich wie die Javascripte wurden nun auch CSS statt wie vorgesehen verlinkt zu werden, direkt in den <head>geechoet, schick auf eine Zeile komprimiert. Das sollte weiter nicht stören, es sei denn man nutzt eine Technik zum Austauschen von verlinkten Styles zur Ladezeit. Dieser Hack um Stylesheets bei Bedarf zu dis- und/oder enablen funktioniert dann so gar nicht mehr.
Und wenn diese Technik dann für die Seite wichtig ist, dann kann man schon mal ins Schwitzen kommen. Die Lösung war in diesem Fall recht einfach: schreibt man statt <link rel="stylesheet" href="../styles.css"/> genauer <link rel="stylesheet" href="../styles.css" media="screen"/>, zeigt sich der Proxy derzeit gütig und lässt die Styles in Ruhe. Mal davon abgesehen, dass sich das leider morgen ändern kann, kann man nun auch keine @media innerhalb des CSS mehr machen.
Im Grunde ist das ja auch alles nicht so schlimm, so lange der Mobilprovider sich nicht auch noch am Inhalt der Seite zu schaffen macht. Es zeigt aber, dass eine iPad-HTML-Anwendung sehr viel defensiver gebaut werden müsste, als ich es bisher getan habe. Vielmehr muss man berücksichtigen, dass ein Tablet eben auch ein mobiles Device sein kann und dann eben den gleichen Restriktionen unterliegt, wie das schnöde Handy in meiner Tasche. Hier klafft imho noch eine mobile-Web-Smartphone-und-Tablet-Lücke, die sich auch darin zeigt, wie drastisch niedrig die Datenmengen von den Providern beschränkt werden (statt die Infrastruktur auszubauen oder die Technik zu verbessern). An Seiten, die eine Tonne wiegen und zwei Minuten Ladezeit bei UMTS auf die Ur bringen, hat der Nutzer in zweierlei Hinsicht wenig Freude.
Verdammte Axt am Weihnachtsbaum! Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende. Man passt kurz nicht auf, zack ist WeihnachtenChrismukkah. Und dann Silvester und schon ist alles vorbei. Halten wir kurz inne und schauen zurück, denn wie hat schon Ferris Bueller gesagt: Life moves pretty fast. If you don’t stop and look around once in a while, you could miss it. Verpassen wir also diesmal nichts und schauen zurück in das gute alte 2010, eh’ der Sekundenzeiger nach 2011 springt.
The Year of the Pad
2010 war das Jahr des iPads und damit wieder einmal das Jahr des Apple. Habe ich noch Anfang des Jahres mein Fanboytum zurückhalten müssen und gehofft, dass 2010 das Jahr des Tablets würde, kann ich Ende des Jahres ohne weiteres behaupten: es gibt keine wirkliche Alternative zum iPad, Apple beherrscht diesen selbstgeschaffenen Markt. Der Hype indes klingt langsam ab, es macht sich ein wenig Ernüchterung in jenen Chefetagen breit, wo man auf die Rettung des gedruckten Wortes durch Steve Jobs’ Wundermaschine geglaubt hatte, oder wo man heute noch glaubt, das Internet würde sich eh’ nicht durchsetzen. Eine Mitschuld an der Krise des Druckerzeugnisse-zu-iPad-Gedankens dürfte zweifelsohne der Megaflop des WeTab tragen, der die Hoffnung auf eine deutsche iPad-Alternative aber sowas von begrub…
Die allgegenwärte Fokussierung auf Apps ließ dem gemeinen Webentwickler dann aber glücklicherweise ein wenig Zeit, Vorstellungen davon zu entwickeln, wie man Webseiten auf das iPad bringt und wie diese auszusehen haben. Nicht alle Prehype-Ideen und -gedanken haben sich dabei bewahrheitet, aber letztendlich ist Apples Touchdevice auch kein Hexenwerk, wie sich nach intensiver Nutzungsphase deutlich herausstellte. Und schnell war man sich einig: die beste App auf dem iPad ist der Safari. Trotzdem, auch 2010 kam der Medienwandel, wie jedes Jahr.
I love my HTML5
Das zweite große Thema des Jahres war ein weiterer Hype, nämlich HTML5. Das war zwar auch schon 2009 Thema, aber 2010 konnte man mit AJAX keinen Stich mehr beim Buzzwordbingo machen, da diese Worthülse komplett durch HTML5 ersetzt wurde. Es gibt ja Leute, die fordern den HTML5-Begriff zu ersetzen durch »HTML canvas«, »HTML localStorage«, »HTML video« und so fort. Das ist sehr vorrauschauend, denn irgendwann wird uns der HTML5-Begriff natürlich auf die Füße fallen. Ich jedoch sage: who cares? Solange ich mit diesem Begriff modernes Webdevelopment mit standardkonformer Technik und slicken Seiteneffekten wie bspw. Barrierefreiheit unter die Leute bringen kann, will ich den Begriff hübsch (be)halten. ;)
Was kommt 2011
Und nun wird es Zeit in die Glaskugel zu schauen. Nachdem ich 2010 über Barrierefreiheit hauptsächlich nur gequatscht habe, wird es 2011 sicherlich wieder mehr um die praktischen Dinge gehen. Ich spüre jedenfalls Nachholbedarf. Desweiteren wird es sicherlich noch die eine oder andere HTML5-App geben, in der ich meine Finger drin habe. Ansonsten sehe ich auch 2011 wieder den Datenjournalismus weiter wachsen. Webdeveloper, die aus einem Haufen Daten eine ansehnliche Applikation stricken können, sind dabei natürlich ebenso gefragt. In dieser Richtung bewegt sich meiner Meinung nach auch das art directed blogging als die Blaupause für art directed articles. Mal sehen.
Ich wünsche nun allen Leserinnen und Lesern, die mir auch 2010 trotz mäßigen Outputs treu geblieben sind und natürlich allen die neu hinzugekommen sind, wieder frohe Ostern, nein, ein happy X-mas und einen besonders guten Rutsch nach 2011. Wo wir uns dann hier wiederlesen können. Zwischen den Jahren soll man übrigens nicht waschen, stattdessen… könnt’ ihr ja noch schnell für mich bei der t3n-Blog-des-Jahres-Suche stimmen, muss aber auch nicht…
Der Eisbär steht im Londoner Hyde Park, fotografiert von bortescristian unter CC Lizenz, mit dem speziellen Niedlichkeits- und Kuschelfaktor extra für _ben (Happy New Year, Alder!)