Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

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Neil Armstrong (*1930, ✝2012) bei einem Testflug des “Lunar Landing Research Vehicle” im Jahre 1968 (via). Gerade nochmal gut gegangen.

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Das sind ja drei Dinge auf einmal. Das geht nun wirklich nicht.

Have a nice day!

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Vor ein paar Wochen war ich zum ersten Mal in meinem Leben in Rostock, in Warnemünde um genau zu sein. Auf dem Weg in das Ostseebad, kommt man am „Sonnenblumenhaus” vorbei, dem Gebäude, in dem vor 20 Jahren die zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber untergebracht war und vor dem vier Tage lang, ohne sinnvolles Eingreifen von Polizei und Politik, die Krawalle von Rostock stattfanden. Ganz ehrlich gesagt, ist mir heute noch mulmig, wenn ich am Ort des Pogroms vorbeifahren soll. Die Bilder gehen mir auch nach 20 Jahren nur schwer aus dem Kopf.

Die Ereignisse von damals haben mein Verhältnis zu Ostdeutschland lange gestört, was aber glücklicherweise reparabel war. Nachhaltig zerstört haben sie allerdings mein Verhältnis zur Politik. Denn statt einzugreifen, Solidarität mit den Opfern zu zeigen oder wenigstens für schnelle Hilfe zu sorgen, nutzten CDU, CSU, FDP und SPD die Pogromnächte als Ausrede für die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl. Die SPD musste dazu, initiiert von Björn Engholm und Oskar Lafontaine (!!!), die Petersberger Wende vollführen, man könnte es auch als Rolle rechtswärts bezeichnen. Das Ganze war der Gipfel einer bis dahin einzigartigen Propagandawelle, die sich durch alle Medien zog. Aussagen vom angeblichen vollen Boot gehörten da genauso dazu, wie die Titelbilder des Spiegel. Insofern ist der Begriff von der politischen Brandstiftung nicht weit hergeholt, man spricht auch von einer konformistischen Revolte.

Wenn wir heute auf die Ausschreitungen damals zurückblicken, sollten wir den Gesamtzusammenhang der Ereignisse nicht aus den Augen verlieren, einen Blick werfen auf das Deutschland, das es damals war. Und daraus lernen. Und den einen oder anderen noch aktiven Politiker mal fragen, wo er damals stand, als die Mollies auf die Balkone flogen.

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Ich will gar nicht sagen warum, ich behaupte einfach es wäre wissenschaftliches Interesse, jedenfalls schaue ich mit meiner Liebsten derzeit Vampire Diaries. Das an sich ist ja noch nicht lustig. Wirklich witzig hingegen ist das Product Placement von Microsoft in der Serie. Man kennt das aus anderen Serien, die coolen Leute haben Macbooks, macht einer seinen Rechner an, landet er sofort bei Google. Hier ist es anders: hier wird allen Ernstes gebingt statt gegoogelt.

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Manchmal habe ich das Gefühl ich werde langsam alt. Obwohl ich meine, so ziemlich jede neue Technik aus dem Hause HTML5, Javascript und CSS3 auf dem Schirm zu haben, tendiere ich doch zeitweise noch zu konservativer Herangehensweise bei Projekten. Der alte Zwang Browser wie IE7 oder gar 6 unterstützen zu müssen sitzt einem scheinbar als schlechter Berater im Nacken. Aber can I use hilft dem gerne ab.

Bei einem aktuellen Projekt haben wir nun, weil der Kollege gegenüber nicht geschlafen hat, das erste Mal CORS eingesetzt und ehrlich gesagt, ich bin von den Socken. Seit uns das Modewort AJAX begegnet ist, schlagen wir uns ja nun mit Same-Domain-, Same-Server- kurz Same-Origin-Policies herum, die einem Crossdomain-XHR verbieten. Alle Bestrebungen, diese Regeln zu umgehen: reines Gehacke. Mit dem Einsatz von CORS ist das vorbei. CORS ist dabei nicht mal neu, aber erst jetzt so langsam anwendbar.

Wenn man Zugriff auf die Server hat, die an der Kommunikation beteiligt sind, ist die Sache so einfach, als würde man einem Kind den Lutscher klauen. Hier mal eben der nötige Code für die Apache Konfiguration:

Header set Access-Control-Allow-Origin *

Der Server sendet eine Headerzeile mehr (in der einfachsten möglichen Konfiguration), und der Browser (alles moderne nach IE7, mit kleinen Einschränkungen bei IE9) weiss: Kommunikation erlaubt. Und dann klappt’s auch mit dem AJAX, so wie man sich das immer vorgestellt hat. Eins! Setzen! Weitermachen!

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Als Chuck Norris Webdeveloper braucht man meiner Meinung nach, neben einer ordentlichen Shell und einem modernen Webbrowser, nur noch einen vernünftigen Texteditor. Ein guter Browser ist heutzutage leicht zu finden und auf der Shell kann man die nötigen Dateiübertragungen durchführen. Nur mit dem Texteditor tun sich viele nicht so leicht. Dort ist man vielmehr auf einer ewigen Suche.

Speziell bei Macusern tritt bei diesem Thema in letzter Zeit der Angstschweiss auf die Stirn. Schuld daran ist Textmate, bzw. Textmate 2. Die unbeliebte, bisher nur als Alpha erhältliche, Nachfolgeversion des bislang beliebten Texteditors Textmate, wurde zu Open Source erklärt. Nach der langen Zeit ohne sichtbare Weiterentwicklung, wohl eher ein schlechtes Zeichen für die Zukunft des Programms.

Sich an einen Texteditor zu gewöhnen erfordert bekanntermaßen viel Zeit und Geduld. Entwickler und Editor sind nur schwer voneinander zu trennen. Wobei der geneigte Entwickler zwar gerne neues ausprobiert, selten aber wirklich wechselt, da er meist feststellt, dass die über Jahre eintrainierten Tastenkombinationen – die Combos der Webentwicklung sozusagen – neu gelernt werden müssen. Und Texteditoren können, trotz des zunächst eingeschränkt wirkenden Anwendungsgebietes, wirkliche Featuremonster sein. Nur nutzen einem diese Features nichts, wenn sie auf unbekannten Tastenkombos liegen oder solchen, die man sich für andere Aktionen gemerkt hat. Außerdem muss der Editor im Umgang mit dem Entwickler den richtigen Ton treffen. Kein Witz: Codecompletion wird gern genommen, aber bitte ohne die Geschwätzigkeit einer Monster-IDE wie bspw. Eclipse. Bei solchen Programmen ist man ja nie sicher, ob man noch selbst programmiert, oder schon selbst programmiert wird. Und dann soll alles natürlich auch noch chick und slick aussehen…

Getrieben von dem sich abzeichnenden Ende der Textmate-Ära hatte ich vor Wochen mal Sublime Text 2, einen Editor, den es sowohl für Mac, als auch für Windows und Linux gibt, angetestet. Sublime Text 2 (ST2) ist anders, das muss man schon zugeben, und vor allem in der Art, wie man Einstellungen vornimmt, überhaupt nicht Mac-OS-like, man braucht einfach ein wenig Anlauf um zu verstehen, das darin ein Monsterfeature liegt.

In ST2 kann man alles konfigurieren. Wirklich alles. Alle Einstellungen, vom Theme bis zur Zuweisung von Tastenkürzeln, werden in JSON-Dateien verwaltet. Und nun kommt das non-macianische: man editiert direkt diese JSON-Dateien, um Einstellungen vorzunehmen. Das schränkt den Nutzerkreis natürlich zunächst mal ein wenig ein. Konfigurationen können auf verschiedenen Ebenen vorgenommen werden, bspw. per User, per Projekt oder auch per Programmiersprache. Erweitert wird ST2 mit Plugins, die dann wieder mit eigenen Einstellungsdateien daherkommen.

Durch die Konfiguration auf Dateiebene entsteht nicht nur der Vorteil, dass man seine Config wunderbar backuppen und über mehrere Rechner teilen kann (bspw. per Dropbox), sondern man kann sie auch anderen Leute, zum Beispiel Kollegen im Projekt weitergeben. So kann man bspw. in einem Projekt die Codingstyles mithilfe voreingestellter Einrückungen und dem Plugin Sublime Linter und der Weitergabe dessen Einstellungsfiles vorgeben. Wie genial ist das bitte?

ST2 kann Textmate Themes und Bundles übernehmen. Man findet relativ schnell ansprechende Themes und Plugins kiloweise. Aber auch ohne Erweiterungen kann ST2 einige Dinge, die andere Editoren nicht hinbekommen, bspw. multiples selektieren und editieren von Text, ausgefeilte Suchfunktionen, eine gute Projektverwaltung und wenn man wirklich will, kann man ST2 auch Vim emulieren lassen. Es gibt eine , aber die unoffizielle Doku ist noch besser.

TL;DR: Sublime Text 2 ist ein guter Texteditor mit unglaublichen Einstellungsmöglichkeiten. Die Einstiegshürde ist hoch, aber nach kurzer Zeit überwindbar, was auf jeden Fall ein lohnenswerter Zeitaufwand ist.

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Irgendwann in den nächsten Tagen werde ich meinen 6.000sten Tweet absetzen, wahrscheinlich wieder ein Linktipp an meine immer noch weit unter Tausend follower. Das stellt jetzt keine überbordende Aktivität dar, eher unterer Durchschnitt für einen Dauernetzaktivisten wie meiner einer, aber das ist immer noch 300% mehr Aufmerksamkeit, als ich meinem Blog im letzten Jahr zu kommen liess. So langsam denke ich aber ernsthaft über einen Ausstieg nach.

Seit einigen Monaten kündigt sich ja nun schon an, was wir nun schwarz auf weiss von Twitter bekommen haben: Twitter hat sich entschlossen, ab nun gegen die Entwickler und API-Nutzer im Ecosystem rund um das 140-Zeichen-Imperium vorzugehen. Das trifft mich zunächst nur mittelbar, in kleineren Projekten, in denen ich die API genutzt habe, beim Client den ich bisher noch benutze, der aber in Zukunft vielleicht aufgeben muss, bei Diensten, die ich rund um Twitter nutze und die vielleicht aufgeben werden. Aber es ist die Idee die zählt und die Idee, die hinter Twitters API-Regeln steht und das ist nun mal derselbe beschissene so called walled garden wie ihn schon FB hochgezogen hat, nach der Facebook Angst kommt nun also ganz natürlich die Twitter Angst.

Das Problem dabei sind jedoch meines Erachtens gar nicht mehr Twitter oder Facebook oder Google+ oder whatsoever, sondern das Prinzip an sich. Das WebTwoOh ist nicht nur vorbei, es ist grandios gescheitert. Wir müssen feststellen, dass wir uns etwas vormachen, wenn wir glauben StartUps, also Firmen, also auf Gewinnerzielung ausgerichtete Unternehmungen würden das freie Internet erhalten und gegen die Eingriffsversuche von Staaten verteidigen. Das ist Tineff! Pseudoliberales Gefasel. Das Gegenteil ist der Fall. Die Firmen saugen unsere free speech aus uns raus und wenn sie genug Content zusammengerafft haben, ziehen sie einen elektronischen Zaun darum und weisen uns die Tür. Twitter hatte meines Erachtens nach die Möglichkeit es richtig zu machen, aber stattdessen hat man dort genau die falschen Schlüsse gezogen. Das wiegt schwerer als das Beispiel Facebook, das von Anfang an zur Nutzerausbeutung erdacht war.

Aber was ist jetzt die Alternative, wenn wir sagen: das Internet geht nicht mit Staaten und wir lernen, das Internet geht nicht mit Firmen?