Klaus Schulze live 1977
Noch mal im Fahrwasser meines Ambient Artikels von dieser Woche. Via WFMU’s Beware of the Blog.
Noch mal im Fahrwasser meines Ambient Artikels von dieser Woche. Via WFMU’s Beware of the Blog.
Die filter bubble ist ja auch eines dieser Schreckensphänomene, die allerorten an die Klowand gekritzelt werden. Dabei gibt es ja durchaus Gelegenheiten, wo einem das wohl zu Pass käme, wenn mal ordentlich gefiltert würde.
Mal angenommen ich suchte eine Wohnung und wohnte in einer Stadt, in der man nicht über Zeitungsanzeigen an eine Wohnung kommt. In dieser Stadt finden beinahe alle Wohnungsbesichtigungen am Sonntag statt, weil dort Sonntags die Zeitung mit den Wohnungsanzeigen erscheint. True Story. Also verabreden sich Makler, Vormieter und Wohnungsbesitzer mit ihren zukünftigen neuen Mietern, wenn ich noch ruhig schlafe. Meist sind sogar die Besichtigungstermine noch zu Zeiten, zu denen ich noch nicht aufgestanden bin! Am Sonntag! Derart benachteiligt bleibt einem ja nichts anderes übrig, als die einschlägigen Internetportale zu nutzen.
Dort kann man sich wenigstens auch gleich ohne Besichtigungstermin, Fotos der Wohnungen ansehen, und die Suchergebnisse nach vielen Kriterien filtern: Anzahl der Zimmer, Quadratmeter, Wohngebiet, Preis, und etliche Ausstattungsmerkmale. Und mit dieser eingeschränkten Suche kann man sich dann einen Newsletter schicken lassen. So bekomme ich regelmäßig nur Wohnungsangebote, die 100%ig passen. Hatte ich gedacht.

Wir sind alle Individuen…
Es ist etwas faul im Staate Dänemark, soviel ist wohl klar. Google, einst Anbieter des kleinen Suchschlitzes mit dem »don’t be evil« Habitus, generiert sich zum alles einsaugenden Suchmonopolisten. Apple verkommt vom Designerstück zur Consumer-Electronics-Klitsche mit Patentanwaltsarmee. Zuckerberg versucht sich das Internet durch die Nase zu ziehen. Microsoft war schon immer eklig. Ein einzelner, als WhatWG getarnter Mann hat das W3C besetzt und mit HTML5 ausgeräuchert. Die Regierungen wollen das Internet wegreglementieren, weil ihnen die Contentindustrie im Nacken sitzt. Und so weiter und so fort. Zusammengefasst: we’re all doomed!
Keiner weiss wie es weiter gehen soll. Was für einen Rechner kaufe ich mir morgen, ohne gleich in die Hände eines Monopolisten, Patentfaschisten oder Pleitegeiers zu geraten? Muss sich wirklich jeder einen eigenen Server anschaffen, damit er sicher und werbefrei Emails verschicken und empfangen kann? Muss der dann zu Hause stehen, oder in einem Rechenzentrum? Amazons Cloud ist wohl eher ein no-go?
Mein Internetanbieter wurde von meinem Telefonanbieter gefressen, alles wird blau. Ist das gut? Soll ich kündigen? Das Netz oder das Telefon? Oder beides? Welche Daten darf ich noch von mir Preis geben? Ist schon der Name gefährlich, brauche ich ein Pseudonym? Wie kann ich dann anonym einen eigenen Server mieten? Wer findet mich noch und mit welcher Suchmaschine? Will ich gefunden werden? Vor wem muss ich mich eigentlich mehr fürchten, vor Facebook oder der Regierung, die meine Verkehrsdaten will? Vor Politkern, die nicht mal Email richtig verstehen?
Es ist zum Panik bekommen. Jetzt mal Butter bei die Fische: was sollen wir tun?
Music for situations
hat mal jemand über Ambient gesagt, Musik für ungenannte Situationen. Das Wort selbst ist schon so weich und kuschelig, vor allem, wenn man es nicht englisch, sondern deutsch ausspricht: ambiente Musik. Schön.
Was ich als Ambient bezeichne, ist ein weites Feld, das irgendwo im Osten von esoterischen Yoga-Klängen, im Westen von extremst minimalistischem Detroittechno, im Norden von finnischem Elektrogefrickel und im Süden von Dub begrenzt wird. Erfunden hat’s natürlich, na wer?! Richtig, der Brian Eno, weiss zumindest die Wikipedia. Was hörbar seine Roots in der Krautrockära hat, bevorzuge ich noch vor den Naturgeräuschen. Walgesänge gehen gar nicht mehr, Schritte im Schnee hingegen sind ein einmaliges Klangerlebnis.
Musik eben, die einen mitnimmt. Ich will nicht die psychedelischen Vergleiche aus der Schublade kramen, aber mit der richtigen Ambientmusik geht man tatsächlich auf Reisen. Und der Weg ist dabei sowas von das Ziel.
Es gab Zeiten, da holte man sich seinen Kick im Nachtprogramm von Bayern III, in der Space-Night. Im letzten Jahrhundert war ich auch auf ein oder zwei Parties, wo es eine ordentliche Chill-Out-Zone mit richtig ambienter Musik gab. Ich habe auch ein paar CDs im Regal, allesamt aber kaputt gespielt, Nächte durch auf Repeat. Pete Namlook beispielsweise, oder »Music for Coffeeshops«. Heute findet man glücklicherweise im Netz jede Menge Ambient. Erstaunlich viel. Einen Podcast verlinke ich mal eines der besten Beispiele: A strange isolated place. Da gibt’s genug zu hören für ein ganzes Jahr Wanderschaft…

Manchmal geht einem ja ein Licht auf, an anderen Tagen steht man dafür um so mehr im Wald.
Nur für die Akten, eine Art, unterschiedlich große Bilder in den Content zu bekommen…
1964 – John Kemeny and Thomas Kurtz create BASIC, an unstructured programming language for non-computer scientists.
1965 – Kemeny and Kurtz go to 1964.
Via @divya.
2012 soll das Jahr werden, in dem Microsoft die ersten Windows-8-Tablets auf den Markt bringen will. Das ist angesichts der Situation—Apple hat nicht nur technologisch, sondern auch markttechnisch einen Vorsprung von über zwei Jahren—ein sehr ambitioniertes Vorhaben. Android-Tablets sind derzeit ein Nischenprodukt, alle anderen Versuche in den Markt zu kommen sind bisher schief gegangen, siehe Blackberry und HP.

Man muss sich schon fragen, was Microsoft überhaupt bieten will, um wenigstens ein paar Leute zum Kauf eines metro-style Tablets zu bewegen. Steve Ballmer hat zwar gerade einen Haufen Entwickler auf Metro eingeschworen, die wollen aber eher für die multimillionen Userbasis von Windows 7 entwickeln. Ob dabei dann wirklich Apps entstehen, die auch für die Touchsteuerung geeignet sind: eher fraglich. Zumal auch ein Win-8-Tablet kaum einen Intelprozessor haben wird, wenn es in Sachen Akkulaufzeit bspw. konkurrenzfähig sein soll. Falls ein M$-Vertragspartner nicht gerade noch etwas erfindet, wird das ein ARM-Prozesor sein. Womit keine Intel-Apps laufen werden, so einfach out-of-the-box. Also keine alten und auch nicht gleich massenweise neue Apps. Wieviele Apps der Apple Appstore zu diesem Zeitpunkt wohl anzubieten hat?
Einen Vorteil des späten Launch könnte Microsoft natürlich nutzen: falls Apple nicht noch zwischenzeitlich mit einem iPad 3 kommt, könnte man hardwaretechnisch auftrumpfen und mehr Speicher, mehr Auflösung etc. bieten. Da sind wir aber bei Microsofts nächsten Problem: es kontrolliert nicht die Hardware. Man hat in Redmond nur wenig oder keinen Einfluss darauf, auf welchen Geräten Win-8 am Ende läuft. Klar, man kann Vorgaben machen und restriktiv lizensieren, aber ob man sich das dann auch leisten kann halte ich für sehr fragwürdig. Bis dahin bereitet die Breite der Hardwareplattform aber auf jeden Fall ernsthafte Probleme, die Entwicklung für ein einziges Gerät (verschiedener Entwicklungsstufen) ist sicherlich einfacher. Allerdings, das muss man auch zählen, hat Microsoft einen großen Erfahrungsschatz in Sachen Hardwareplattform. Ungleich komplizierter bleibt die Aufgabe aber trotzdem.
Der Blick in die Glaskugel: Ich schreibe diesen Artikel auf einem iPad, habe also schon deswegen die Apple-Brille auf. Würde man mich allerdings fragen, würde ich sagen, Microsoft kann es auch gleich bleiben lassen. Gern würde ich ein echtes Konkurrenzprodukt zum iPad sehen, nur Microsoft wird es nicht liefern können. Man wird am Ende genauso dumm dastehen wie RIM oder HP und schon bei der Produktpräsentation Dinge sagen müssen wie: …nie als Konkurrenzprodukt zum iPad geplant…
und …eine gänzlich andere Produktgruppe als das iPad…
etc. Traurig.
Foto: Microsoft CEO Steve Ballmer, Some rights reserved by Wired Photostream
Bilder einer ferngesteuerten Endoskopiekamera aus dem Innern des Reaktor #2 in Fukushima. Nicht das man viel erkennen könnte…