Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Are Microformats Right for Your Site?

Adding structured data to your site doesn’t need to be complicated or difficult. It can be as simple as adding a handful of attributes to your page — “‘class”and “rel” are the most common.

DriftlabVon den Amis lernen, heisst siegen lernen. Oder so ähnlich. Jedenfalls wolte ich auf jeden Fall noch in einer Session ein paar Leute ohne Stock im Anus sehen, da ist man bei den Flashern natürlich genau richtig. Moritz Bosselmann und Ash Warren präsentieren ein komplettes ihrer Projekte: Chevy Nation. Bei driftlab, das aus nur vier Leuten besteht, macht jeder alles, gezwungenermaßen. Trotzdem verfügt man über hervorragende Kontakte zur Autoindustrie und kann solche Riesenprojekte für mehrere Millionen Dollar wuppen.

Die Jungs bezeichnen das selbst als Glücksfall, denn sie sind eben nicht die hyperprofessionelle Multimillionendollar-Agentur mit Marketing et al. Aber sie können ‘was und sind wirklich engagiert für das, was sie tun. Und genau das gibt den Ausschlag. Dabei machen die Jungs wirklich vieles noch von Hand, bei einer derartig riesigen Seite ein wirkliches Projekt. Und sie haben viele Technken dafür erst während der Entwicklung erfunden oder entdeckt.

Dabei sind die Constraints beinahe erschlagend: alles ist mit Videosequenzen vollgestopft, die von einer anderen Firma angeliefert wurden, driftlab hat daraus die Flashvideos und Stopframes gemacht, die auf der Site zu sehen sind. Da können kleine Änderungen schon Tage dauern und ein wenig Geld kosten. Was dem Auftraggeber wohl aber egal war (Öl und Geld sind wohl zwei Ressourcen, von denen die amerikanische Autoindustrie glaubt, das sie nie ausgehen werden). Sowas gäbe es hierzulande wohl nicht.

OK, das habe ich verstanden, die Keynotes sind die Möglichkeit für die Sponsoren, sich werbend zu präsentieren. Hmm, na gut, meinetwegen, nicht gerade wissenschaftlich aber wohl holitisch. Hier wirds alleridngs richtig haarig, denn Dirk Feuerhelm ist von der Firma 1&1 und dort leitender Entwickler des sogenannten Datawebhouse des Adtargetings, das ist dort, wo all die gehorteten Userdaten wegprofiliert werden, mitunter also die reine Unterwelt.

Und die Adleute werden ja schnell lustig, wenn sie meinen unter ihresgleichen zu sein. Ein kurzes »unter uns…« wird vorrausgeschickt und schon nimmt man kein Blatt mehr vor den Mund. Gruselig. 1&1 sammelt Daten über uns, bspw. durch/für das sogenannte behavourial targeting und zwar nicht zu knapp. Sie sammeln soviel, dass sie das meiste (noch) wegschmeissen müssen, einfach, weil es sich nicht lohnt, alle Daten aufzuheben. Fakten: der dauerhafte Datenbestand beträgt 2,5 Terabyte, pro Tag werden 50 Terabyte Daten gelöscht. Hust! Noch.

Wozu das nun? Um uns die auf uns zugeschnittenen Werbung anzuzeigen, ist ja klar. Die richtige Werbung für unser Alter, für unsere Vorlieben und für unseren Standort (bspw. am Flughafen). Ob wir damit für unsere Werbung selbst verantwortlich sind? Oha.

Da ist der Blick in die Zukunft den der Mann wagt natürlich reiner Horror. Schluck. Da ist von RFID-Chips in Kundenbindungskarten genauso die Rede, wie von LED-Plakaten und dann wieder deren zusammenspiel. Man könnte ja praktisch bald alles mit ‘nem Display überziehen, spätestens dann werden wir natürlich auch mit Werbung überzogen. Solange die Datenschützer nicht dazwischen funken, aber das wolle man erstmal abwarten.

Ach, was reg’ ich mich auf.

Die Usability KatastropheUntertitel: »Wege zu mehr Umsatz durch bessere Bedienbarkeit«. Oha. Frank Puscher kommt aus Hamburg und betreibt dort einen kleinen Verlag. Ein paar Impressionen aus seinem Vortrag:

Die ersten Besucher einer neuen Site sind Early Adopter, danach kommt aber (hoffentlich) die Masse der User, die nicht websavvy sind. Heutzutage haben wir Methoden, Usability zu messen. Usability-Test als Qualitätssicherung sollten in den Allag eingeführt werden, da geplante Tests oft verschoben oder gecancelt werden.

Usability-Tests bei Reisewebseiten haben teilweise zu desaströsen Ergebnissen geführt. Syzygy-Reisemonitor: 24 »best-ager« (über 50 Jahre, beste Kunden für Reise) testeten bspw. tui.de. Keiner konnte eine Reise buchen.

Usability für Silver Surfer, DocMorris (ja, genau) Top11:

  1. Einstellbare Schriftgrössen
  2. Gut lesbare, serifenlose Schriften
  3. viel Whitespace und hohe Kontraste
  4. Barrierefrei Produktinformationen
  5. Erlernte Bezahlsysteme wie Rechnung und Lastschrift
  6. strukturierte kurze Texte, die sich gut übefliegen lassen und schnell die wichtigsten Informationen liefern
  7. Anglizismen vermeiden
  8. Identische Navigation und Seitenüberschriften
  9. Aufklappmenüs statt beweglicher Navigationselemente
  10. Verzicht auf Navigationsfeatures wie Dropdowns und Sprungmenüs
  11. Anleitung für Nutzer, von allgemeinen zu detaillierten Informationen

Powerfunktionen lassen sich gut zurücknehmen, die Poweruser finden sie dort schon und sie stören weniger. Suchmasken am besten in der oben in der Mitte. Starke Ergebnisse für kleine Änderungen, bspw. klickt “Continue” auf einem Button schlechter, als “Continue to Article” und widerum schlechter als “Click to continue”.

Ein sehr guter und auch in der Tiefe richtig gewählter Vortrag.

OK/Cancel and vice versa

Mein Freund Herr Nielsen weiss es auch nicht so richtig, ist also egal… OK–Cancel or Cancel–OK?

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Früher hab ich dort wöchentlich ein paar Stunden gelassen: Designsnack. Statt eines einfachen CSS-Showcase handelt es sich mehr um eine Webdesignbewertungscommunity (ok, kursiv macht Sinn hier), heisst also, die Seiten werden gelistet und die Leute bewerten.

Da kamen früher ganz passierliche Ergebnisse dabei heraus, aber inzwischen kann dort jeder voten (von einer IP-Sperre mal abgesehen) und nicht nur Communitymitglieder. Damit ist dann vielleicht mehr los auf der Seite.

Den Eindruck habe ich allerdings jetzt weniger. Also (nochmal) früher gingen die Topbewerrtungen in die Hunderte… egal, falls jemand mal kurz für Codecandies voten möchte, nur keine Scheu… :)

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Paul Ortchanians Session »Always have your mind on Kaizen« über die japanische Lebens- und Arbeitsphilosophie, die das Streben nach ständiger Verbesserung zu ihrer Leitidee gemacht hat, ist leider ausgefallen. Gnnnpf.

Im engeren Sinne ist eine ständige/inkrementale Verbesserung gemeint, in die Führungskräfte wie Mitarbeiter einbezogen werden. In der freien Übersetzung aus dem Japanischen bedeutet Kai = Veränderung, Wandel; Zen = zum Besseren. Diese auf das Wesentliche reduzierte Bedeutung ist kontrovers. Gemäß der Philosophie des Kaizen weist nicht die sprunghafte Verbesserung durch Innovation, sondern die schrittweise erfolgende Perfektionierung/Optimierung des bewährten Produkts den Weg zum Erfolg. Dabei wird davon ausgegangen, dass der wirtschaftliche Erfolg das Ergebnis von Produkten und Dienstleistungen ist, die mit ausgezeichneter Qualität höchste Kundenzufriedenheit erzielen. Aus dieser Überzeugung leitet sich die stetige Suche nach Verbesserung auf allen Ebenen eines Unternehmens als Kernfunktion einer Kaizen-Programmatik ab.

de.wikipedia.org

Japanisch hin oder her, da wollt’ ich sowieso nicht hin. ;)

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Frank Westphal wollte diesen Vortrag wohl schon bei der letzten Webinale halten, erkrankte dann jedoch. Insofern, die Ideen von Getting Real, der Philosophie von Jason Fried und 37 Signals, die bspw. Ruby on Rails hervorbrachten, sind inzwischen nicht mehr ganz neu, wie der Vortrag jedoch schnell gezeigt hat, aktueller denn je.

Nun hat man schon massenhaft Ideen präsentiert bekommen, deren Urheber immer der Ansicht sind, dass sie das non-plus-ultra in Sachen Softwareentwicklung, Teammanagement und Design sind (ihr nicht?). Und so auf der grünen Wiese hören sich die Dinge immer gut an. Aber: die Ideen hinter »Getting Real« sind irgendwie der gesunde Menschenverstand in Aktion, und nur wenige Modelle passen auf meine Arbeitssituation so hervorragend. Frank westphal hat die Sache dabei offensichtlich über die Jahre sehr verinnerlicht und ist ihr ein guter Fürsprecher.

Man kann das ja alles nachlesen, was dieses Set von Grundsätzen beinhaltet, ich nennen mal kurz die, die richtig ins Schwarze treffen: Embrace Constraints, Half, Not Half-Assed, Meetings Are Toxic und Interface First.

Fake it, ’til you make it!

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Wer hätte das gedacht, Vitaly Friedman vom Smashing Magazine kennt sie auch nicht, die Designtrends die noch kommen. Wäre sicherlich auch anmaßend gewesen. In einem unterhaltsamen Vortrag werden jedoch einige interessante neue Designs und designed items präsentiert, die am Ende den Trend bilden können. Vieles hat man schon gehört, bspw. »Whitespace«, »Grids« und »Dirty Design«, aber Friedman weiß die Dinge in neue und interessante Zusammenhänge zu setzen.

Ein Trend – ich nenne es jetzt mal doch so – ist das durchdesignen jeder Kleinigkeit, die hohe Aufmerksamkeit für bspw. Buttons, Formulare, Navis, Header, Footer etc. Alles wird liebevoll, mit großer Aufmerksamkeit für’s Detail durchdacht und umgesetzt. Wie hier, wollte es mir rausrutschen. Und es ist tatsächlich wie beim Smashing Magazine: Friedman zeigt jede Menge Websites (… die X besten von Y), aber wirklich gute. Und anders als im Web, kann er hier auch detailliert sagen, was genau ihm daran gefällt.

Für das Design von Business-Anwendungen bleibt in der Reihe der vorgestellten Trendideen leider wenig übrig, denn auch auf Nachfrage weist Friedman nochmal daraufhin, dass diese Trends nicht im Business Web zur Umsetzung kommen können. Ausser Grids vielleicht, aber darauf hätte man auch selber kommen können.

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Die Keynote der Webinale 2008 mit Oliver Scheer und Carsten Humm läßt mich zunächst glauben, ich sei auf einer Kaffeefahrt und nicht auf einer Webkonferenz gelandet. Die beiden sind Microsoft-Evangelists und wollen vor allem eins: die Werbtrommel rühren für Microsoftprodukte. Und das tun sie dann auch, während sich der Saal langsam wieder leert.

Kurz vorgeführt wird der IE8 und der nun endgültig bestandene Acid2-Test, ok, das funktioniert. Ein paar Features, die man entweder schon von Safari kennt (Webslices), oder mit Microformats umsetzen sollte (Activities) werden gezeigt, dann geht’s wirklich bergab. Alles weitere ist gähnend langsam oder funktioniert (wohl wegen des gut surrenden, aber auch sicher konfigurierten Konferenz-WLAN?) nicht. Peinlich. Die beiden da oben benehmen sich derweil wie die Typen, die auf Supermarktparkplätzen das neueste Poliermittel an den Mann bringen wollen… prima, ich geh dann nochmal nen Kaffee trinken.

Fotos von der Veranstaltung sind in meinem Flickr-Stream.